Made in Germany

































































































"MADE IN GERMANY"

 

Made in Germany (engl. Hergestellt in Deutschland) ist ein Qualitätssiegel, das auf vielen Produkten aus Deutschland deren Herkunft anzeigt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde "Made in Germany" oder auch nur Germany auf vielen Waren neben der Herstellerbezeichnung angebracht, zum Beispiel auf Porzellan, Bestecken und Kriegsausrüstung wie Messern und Dolchen.

Als Ende des 19. Jahrhunderts neben dem Vereinigten Königreich auch andere europäische Industrienationen aufstrebten, begann man in Großbritannien, sich mit der Kennzeichnung importierter Ware gegen vermeintlich minderwertige Nachahmungsprodukte zu schützen. Diese Kennzeichnung betraf zunächst nur deutsche Ware und erfolgte durch die Bezeichnung "Made in Germany" (Handelsmarkengesetz vom 23. August 1887, Engl. Merchandise Marks Act 1887).

Im Ersten Weltkrieg weitete das britische Handelsministerium am 3. Februar 1916 die Bezeichnungen auf Made in Austria/Hungary (Hergestellt in Österreich-Ungarn) verpflichtend aus. Dadurch sollten britische Produkte besser geschützt werden und es den Briten leichter gemacht werden, die Waren der Kriegsgegner zu erkennen und zu boykottieren.

Die Kennzeichnung wurde auch nach dem Krieg beibehalten. Da die Qualität der deutschen Waren aber in der Regel gut – oft sogar besser als die der einheimischen Produkte – war, setzte sich die zunächst gegen deutsche Importe gerichtete Kennzeichnung Made in Germany nicht nur in Großbritannien zunehmend als Qualitätssiegel durch.

Während des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg begleitete die Marke nun als Made in West Germany den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland. In den 1980ern gab es unter dem Titel „Ihr Einsatz bitte – "Made in Germany"“ auch eine Fernsehshow mit Dieter Thomas Heck.

 

Rechtliche Sicht

 

"Made in Germany" ist kein geschütztes Qualitätssiegel. Trotzdem grenzen diverse deutsche Gerichtsurteile den Begriff klar ab. 1974 bemängelte der Bundesgerichtshof, dass der einheitliche Begriff "Made in Germany" eine Unterscheidung zwischen den beiden damaligen deutschen Staaten nicht ermöglichte. So hielten Made in West [oder Western] Germany (Hergestellt in Westdeutschland) und Made in GDR (Abkürzung von German Democratic Republic, also Hergestellt in der DDR) nach und nach Einzug. 

Eine Kontrolle der Voraussetzungen für die Nutzung der Made in Germany-Angabe gibt es jedoch nicht. Stattdessen grenzen diverse Gerichtsurteile den Begriff ab. So entschied 1995 das Oberlandesgericht Stuttgart, dass "Made in Germany" gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, wenn der größte Teil des Produkts nicht aus deutschen Rohstoffen besteht oder nicht aus deutscher Fertigung kommt.

Einige Länder wie bspw. die USA besitzen eine noch engere Definition. So unterscheidet die maßgebliche US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) sehr genau zwischen „Made in Germany“ (vollständig oder nahezu vollständig aus Deutschland inklusive deutscher Vorprodukten) und diversen Zwischenabstufungen mit Zusatzangaben, wie viel vom Hauptland kam. Ansonsten gilt die Kennzeichnung als irreführend und wird vom US-Zoll gerügt.

Grundsätzlich sind die Zollangaben sehr viel strenger als die handelspolitischen Kennzeichnungen. Letztendlich ist es auch eine Bewertungsfrage, welche Entwicklungs- und Herstellungsphasen, Umwelt- und Sozialstandards aus Verbrauchersicht das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ ausmachen.

 

Renewables "Made in Germany"

Renewables "Made in Germany" ist der Name eines Marketingpakets zur Exportinitiative für Produkte deutscher Hersteller aus dem Bereich „erneuerbare Energien“. Im Sommer 2002 beauftragte der Bundestag die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), eine Exportinitiative zu koordinieren und durchzuführen.

Einen guten Artikel über den Begriff "Made in Germany" hat die IHK Stuttgart veröffentlicht.
www.stuttgart.ihk24.de