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Globalisierung Definition


„Der Prozess, durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden – dank der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie.“ (OECD)

Der Begriff der Globalisierung entstand um 1944, obwohl es seit ca. um 1900 den Begriff des freien Welthandels gab. Die Globalisierung bringt eine Verflechtung der Weltmärkte mit sich, durch die es auch zu weltweiter Arbeitsteilung und Konkurrenz kommt. Dadurch geht die Bedeutung der nationalen Märkte immer weiter zurück. Die Globalisierung wurde erst möglich durch den Abbau von Zollschranken zwischen den Staaten und vor allem im technischen Fortschritt. Die modernen Kommunikations-technologien ermöglichen heute einen weltweiten Informationsaustausch in kürzester Zeit, durch die Entwicklung im Transportwesen sowie computergestützte Logistik können Unternehmen überall auf der Welt die für sie günstigsten Produktionsstandorte wählen. Diese multinationalen Unternehmen treiben den Prozess der Globalisierung daher auch immer weiter voran.

Es gibt eine umfangreiche Fachliteratur, die sich mit der Globalisierung beschäftigen. Obwohl die Mehrheit der Autoren die Globalisierung kritisch beschreibt wird in den öffentlichen Medien die angeblichen wirtschaftlichen Vorteile der Globalisierung herausgestellt. Wenn schon mal an der Globalisierung Kritik geübt wird, dann geht es hauptsächlich um negative kulturelle Einflüsse durch die Globalisierung (Macdonaldisierung der Kultur).

 

Globalisierung heute

 

Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es eine moderate Globalisierung. Durch die Fortschritte im Verkehrswesen und in der Nachrichtentechnik begann die Verflechtung der Weltwirtschaft. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Globalisierung war damals aber nicht mit der heutigen Globalisierung vergleichbar.

Der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt das Entfernungen zwischen den Staaten nicht mehr wichtig sind für den Transport von Waren und Übermittlung von Informationen. Exemplarisch sei genannt der Transport von Waren durch riesige Containerschiffen und der Transport von Informationen durch das Internet. Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" nahmen die internationalen Handelsabkommen zum Freihandel noch stärker zu. Die Zölle wurden von über 40% auf ca. 5% gesenkt. Insbesondere diese Liberalisierung und Deregulierung vieler internationaler Märkte, besonders der Finanzmärkte, war eine wichtige Voraussetzung für die heutige Globalisierung.
Die Folge davon ist das nun die Produktionsbedingungen in den Ländern das alles entscheidende Kriterium für den internationalen Wettbewerb ist. Hat ein Land z.B. besonders geringe Lohnkosten so werden lohnabhängige Arbeiten in diesem Land abgearbeitet. Dies führt dazu das z.B. Spielzeug fast nur noch in China hergestellt wird. Kommt dazu, das dieses Land auch ihren Firmen preiswert Kapital zur Verfügung stellt, dann werden auch hochwertigere Produkte z.B. Elektronik hergestellt. Dies traf in der Vergangenheit für Japan und Taiwan zu und ist nun auch in China der Fall.
Die Globalisierung wird verstärkt durch die Entwicklung in Kommunikation und Warentransport mit der Möglichkeit Arbeitsprozesse zu teilen und auf verschiedenen Kontinenten zu koordinieren.
Der Preisunterschied von Waren die unter bevorzugten Bedingungen hergestellt werden führt dazu dass große Mengen an Waren nach Westeuropa und in die USA kommen, die dort zu vergleichbaren Preisen nicht hergestellt werden könnten.

 

Vorteile der Globalisierung


Durch die Globalisierung wächst die Versorgung mit preiswerten Waren, da die Waren in den Ländern hergestellt werden, die sie am günstigsten produzieren können. Das Angebot an Waren nimmt weltweit zu. Auch werden die Waren in allen Ländern unabhängig von den jahreszeitlichen Produktionsbedingungen lieferbar. Man kann in Deutschland das ganze Jahr frisches Obst essen. Zum Bespiel Erdbeeren aus Chile zu Weihnachten in Deutschland.
Der freie Kapitalverkehr führt zu vermehrten Investitionen auch in Entwicklungs-ländern und große Projekte können leichter verwirklicht werden.
Gute und bewerte Regelungen und Gesetze werden auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene in viele Ländern eingeführt. Zum Beispiel die deutsche Umweltgesetzgebung als Vorbild in China.
Nach Meinung konservativer Wirtschaftler regelt der ungeregelte Markt sich selbst und stellt eine optimale Versorgung der Menschen mit Gütern sicher.

Nachteile der Globalisierung


Die Globalisierung wird häufig nur auf Grund wirtschaftlicher Vorteile vorangetrieben. Auch die fehlende demokratische Legitimation der G8 Treffen, die die Globalisierung betreffenden Entscheidungen treffen wird kritisiert. Den größten Vorteil der Globalisierung haben neben den Konsumenten die internationalen Konzerne, doch deren Gewinne werden auf eine kleine Schicht der Eigentümer (Aktionäre) und der Politiker (Zuwendungen) in den Entwicklungsländern verteilt.  Es entsteht Armut auf hohem Niveau durch schlechtbezahlte Arbeitskräfte. Doch die Macht der Konzerne werden mögliche positive Einflüsse der Globalisierung - Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Rechtssicherheit - ausgebremst, da sie den Gewinn schmälern.
Weltweit bedeutet Globalisierung eine erhöhte Umweltverschmutzung durch lange Transportwege, Massentierhaltung, Monokulturen und die Herstellung billiger Wegwerfprodukte, die auf Grund ihres niedrigen Preises nicht ordentlich entsorgt werden.
In den reichen Industrieländern hat eine intensive Globalisierung auch langfristig Nachteile für den heimmischen Arbeitsmarkt.


Folgen der Globalisierung


Folgen der Globalisierung für den Arbeitsmarkt
Firmen machen sich die in anderen Ländern geltenden Arbeitsbedingungen zunutze. Sie verlegen ihre Standorte in Länder, in denen es keine Gewerkschaften, keinen Mindestlohn, längere Arbeitszeiten gibt und wo das Lohnniveau niedriger ist. Dies führt nicht nur zum Arbeitsplatzabbau in dem Land wo die Firma ihren Sitz hat, sondern auch zu einer landesüblichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den neuen Firmenstandorten.
Doch neben dem Arbeitsplatzabbau im Ursprungsland wird auch Druck auf die bestehenden Arbeitnehmer ausgeübt, da ja immer auf die neuen preiswerteren Arbeitsplätze im Ausland verwiesen wird. Langsam sinkt damit auch das Gehaltsniveau der heimischen Arbeitsplätze!

Folgen der Globalisierung für den Kapitalmarkt
Arbeit und Kapital sind die grundlegenden Produktionsfaktoren. Durch die Globalisierung wird genauso wie preiswerte Arbeitskraft auch preiswertes Kapital weltweit zur Verfügung gestellt. Dies gilt zumindest für für die großen Firmen. Damit kann die Globalisierung weiter voran getrieben werden. Investoren haben auf der ganzen Welt die Möglichkeit, ihr Geld anzulegen. Sie werden sich die Möglichkeit aussuchen, bei der der Gewinn am größten ist. Dies ist ein Grund für die Auslandsinvestitionen vieler Unternehmen.
Da die Finanzmärkte in manchen Ländern relativ wenig reguliert werden, kann Kapital dort spekulativ angelegt werden. Durch solche ungeregelte Kapitalgeschäfte entstand z.B. die Asienkrise und stürzte eine ganze Region in die Krise.

Folgen der Globalisierung für die Umwelt
Das Klima ändert sich durch die zunehmenden CO2-Erzeugung. Der massive CO2-Austoß aller Länder ist auch eine Folge der Globalisierung. Der Energiehunger der "ehemaligen" Entwicklungsländer ist riesig. In Schwellenländern wird die Notwendigkeit des Umweltschutzes noch nicht erkannt und die Industrieanlagen verschmutzen die Umwelt.
Der CO2-Ausstoß durch die neu entstehenden Kohlekraftwerke und den Autoverkehr in China und Indien ist sehr groß. Durch Brandrodung z.B. in Brasilien und Indonesien, um neues Ackerland zu gewinnen, wird allein 20% des weltweiten CO2-Außstoß erzeugt.
Die Gefahr für die Umwelt geht daher vom Wachstum der Weltwirtschaft aus, das durch die Globalisierung ermöglicht wird.

Folgen der Globalisierung für die Kultur
Die Folgen der Globalisierung sind ungleich verteilt, abhängig von der Größe der Länder.
Hollywoodfilme werden überall auf der Welt gezeigt, jedoch in den Ländern, die eine eigene Filmproduktion haben, wie in Indien, ist ihr Einfluss nicht so groß. Man kann schon von einer Amerikanisierung der Welt sprechen. Die Ladenkette McDonald und andere Konzerne sind überall auf der Welt vertreten und die Fernsehprogramme weltweit leben von amerikanischen Serien. Nur wenige "Kulturgüter" aus kleineren Ländern wie Döner und Sushi haben auch eine weltweite Verbreitung gefunden.
Die Angst ist groß das die regionalen und nationalen Eigenschaften der Länder verloren gehen. Einzelne Länder, wie Frankreich, haben schon Quoten für ausländische Programme in den öffentlichen Medien eingeführt.

Folgen der Globalisierung für die Entwicklungsländer
Die Entwicklungsländer haben theoretisch durch die Globalisierung viele neue Möglichkeiten zu mehr Wohlstand zu gelangen. Ihre Produkte können in die ganze Welt verkauft werden und sie haben einen Arbeitsmarkt mit niedrigen Löhnen. Leider wirkt sich dies nicht wie erwartet aus. Der Gewinn aus ihren Warenexporten vereinnahmen die Konzerne, die die Waren weltweit verkaufen und teilen den Gewinn nur mit einer korrupten Oberschicht in diesen Ländern, die für die Genehmigungen und den Schutz der Konzerne notwendig sind. Andererseits werden durch den Import von interessanten Konsumwaren z.B. Handys die neuentstandenen Arbeitslöhne wieder abgeschöpft. Die Massenarmut bleibt bestehen.
Nur in Entwicklungsländern mit einer starken und leistungsfähigen Verwaltung wie z.B. in China und Chile wächst der allgemeine Wohlstand.


Folgen der Globalisierung für die Industrieländer
Die Folgen der Globalisierung waren zu Beginn des Industriezeitalters Ende des 19ten Jahrhunderts positiv, da es ein Austausch unter fast gleichen Ländern war. Zum Beispiel entstanden überall in den westlichen Staaten Eisenbahngesellschaften die voneinander profitierten. Die Globalisierung in der Neuzeit führt auf Grund der ungleichen beteiligten Staaten jedoch zum Wachstum der Konzerne und zum Sinken des Lohnniveaus in den Hochlohnländern. Die Konzerne wachsen auf Grund hoher Gewinne durch die Unterschiede bei Lohn, Arbeitsbedingungen und Investitionsmöglichkeiten. Ganze Industriezweige sterben in den Hochlohnländern aus. Viele Firmen machen sich die in anderen Ländern geltenden Arbeitsbedingungen zunutze: sie verlegen ihre Standorte in Länder, in denen es keine Gewerkschaften, keinen Mindestlohn, längere Arbeitszeiten gibt und wo dieselbe Arbeit für einen geringeren Lohn gemacht wird. Dies führt nicht nur zum Arbeitsplatzabbau in den ehemaligen Firmensitzen, sondern auch zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den alten Firmenstandorten.

Globalisierungskritische Literatur

Quellen und Weblinks