Made in Germany



























































































Arbeitsmarkt


Auf dem Arbeitsmarkt wird Arbeitskraft in Zeiteinheiten und Qualifikationen nachgefragt, angeboten und getauscht. Menschen, die über ihre Arbeitskraft persönlich frei verfügen können, verkaufen (korrekter: vermieten) gegen Arbeitsentgelt ihre Arbeitskraft zur Verrichtung produktiver Tätigkeiten an Arbeitgeber, unter deren Anleitung sie Güter herstellen oder Dienstleistungen ausführen, in Kombination mit (meist) von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellten Rohstoffen Produktionsmittel.

Während nach neoklassischer Sicht der Arbeitsmarkt wie ein Gütermarkt funktioniert, unterscheidet er sich nach arbeitsökonomischer Sicht in charakteristischer Weise vom Gütermarkt. Quelle:  de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsmarkt

Für die Begründung unserer Forderung nach "Kauft mehr deutsche Waren" ist die klassische Betrachtungsweise "Arbeitsmarkt funktioniert wie Gütermarkt" genau zutreffend!
Bei freiem Austausch zwischen den Staaten (Globalisierung) fließt die "Ware" Arbeit dahin wo sie am preiswertesten ist. Wenn die "Ware" Arbeit im Überfluss vorhanden ist, dann sinkt der Preis der "Ware" Arbeit fast auf den Preis des niedrigsten Anbieters.
Diese Betrachtung ist nun sehr vereinfacht aber trotzdem tendenziell richtig und führt zum sinken der Arbeitslöhne in den Industrieländer, wenn diese sehr viele Waren aus Niedriglohnländern beziehen.

"Viele Firmen machen sich die in anderen Ländern geltenden Arbeitsbedingungen zunutze: sie verlegen ihre Standorte in Länder, in denen es keine Gewerkschaften, keinen Mindestlohn, längere Arbeitszeiten gibt und wo dieselbe Arbeit für einen geringeren Lohn gemacht wird. Dies führt nicht nur zum Arbeitsplatzabbau in den ehemaligen Firmensitzen, sondern auch zu einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den alten Firmenstandorten."
Quelle: wwww.globalisierung-fakten.de

Wie der Mechanismus abläuft der zur Senkung der Löhne beim Kauf von Waren aus Niedriglohnländern abläuft sei an einem einfachen Beispiel erklärt:
Eine Textilfirma stellt fest das die Konkurrenz preiswerte Hosen aus Asien verkauft. Sie beschließt eine Tochterfirma in Asien zu gründen. Nachdem die Produktion in Asien läuft wird dem Betriebsrat erklärt, dass die Produktion in Deutschland zu teuer ist und er möchte doch alle Sonderleistungen wie Weihnachts-, Urlaubsgeld, Arbeitszeitregelungen zurücknehmen. Danach ist einige Monate Ruhe, bis die Geschäftsleitung von notwendigen Entlassungen spricht. Diese lassen sich nur vermeiden, wenn freiwillig der Lohn um z.B. 20% gekürzt wird. Danach ist wieder einige Monate Ruhe. Inzwischen ist die asiatische Tochter der Textilfirma von einer größeren asiatischen Firma übernommen worden, da diese noch preiswerter produziert. Dann wird in mehreren Schritten die Produktion in Deutschland rationalisiert, das heißt es wird entlassen, bis die Produktion so reduziert worden ist, dass jeder einsieht das die Produktion in Deutschland ganz geschlossen werden muss. Die entlassenen Arbeitnehmer werden, wenn sie Glück haben, zu ihrem zuletzt reduzierten Lohn woanders beschäftigt. Meistens müssen sie umschulen und fangen in neuen Berufen zum Anfängerlohn an.  Von 1955 bis 1980 gingen in der Bundesrepublik Deutschland rund 450.000 Arbeitsplätze in der Textil- und Bekleidungsindustrie verloren, aufgrund der preiswerten Konkurrenz aus Asien.

Bis jetzt sind in Deutschland die negativen Effekte auf dem Arbeitsmarkt teilweise durch eine starke Exportwirtschaft ausgeglichen worden. Doch spätestens dann, wenn die ehemaligen Entwicklungsländer wie China und Indien voll industrialisiert sind, wird der Verlust ganzer Industriezweige sich in Deutschland negativ auswirken.